29.04.2014
Toben ist wichtig...

...für ein ausgeglichenes Wesen.
Kein Mensch kann sich immer nur gut benehmen - genausowenig kann das jedes Pferd. Eine Auszeit von den guten Manieren ist wichtig - vor allem (aber nicht nur) für junge Pferde. Damit die Pferde sich diese Auszeit aber nicht während der Arbeit nehmen, sollte man ihnen die Gelegenheit zu Toben an anderer Stelle einräumen.
Meine Berittpferde bekommen deshalb immer die Möglichkeit, ihren Übermut spielerisch auf dem Paddock auszulassen.
Ich empfinde den Übermut von Pferden grundsätzlich positiv, denn er ist ein Zeichen von Lebensfreude und Wohlbefinden. Allerdings darf sich diese Lebensfreude nicht gegen den Reiter wenden - deshalb schaffe ich ganz bewusst Raum für diese Freude an der Bewegung.


12.04.2014
Wanted: Klare Führung

Es ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass junge Pferde am sehr losen Zügel geritten werden müssen. Der Zügel ist ein wichtiges Kommunikationsmittel für den Reiter. Der Zügel sagt dem Pferd "geh hier entlang", "Geh nach links", "geh auf der Reitbahn außen herum" oder "bleib stehen". 
Viele unerfahrene Trainer versuchen, ihre jungen Pferde "ohne Zügel" zu reiten. Die Idee ist nett, gut gemeint und nachvollziehbar. Trotzdem macht genau diese Idee es den Pferden schwer. So müssen sie quasi ahnen, was der Reiter möchte. Ich vergleiche das gerne mit einem Menschen, der eine neue Arbeitsstelle antritt. Wenn man ihm nur sagt, "dies ist Deine neue Arbeitsstelle, fang einfach mal an mit der Arbeit", dann wird er zwangsläufig viele Fehler machen und wir müssen ihn als Chef dauernd korrigieren und sagen "das war falsch", " hier hast Du einen Fehler gemacht", "Du machst das nicht richtig". Was passiert? Der Arbeitnehmer ist frustriert, verunsichert und macht seine Arbeit nicht gut. Ähnlich geht es dem Jungpferd, wenn wir es z.B. auf dem Reitplatz ohne Zügel reiten wollen. Es wird vermutlich kreuz und quer über den Platz gehen und wir sagen dauernd "falsch, Du sollst nicht in die Mitte gehen!", "falsch, Du sollst nicht antraben!", "falsch!", "falsch!", "falsch!". Was passiert? Richtig, das Pferd ist frustriert....
Viel einfacher ist es, von vorneherein zu sagen "Hier ist Deine neue Arbeitsstelle, am Besten beginnst Du damit, die Kundenkartei durchzugehen und Dich mit den Namen vertraut zu machen. Danach rufst Du Herrn X an und gibst die Bestellung für den Bürobedarf im kommenden Monat durch. Die Telefonnummer findest Du hier, die Bedarfsliste findest Du dort...."  Was passiert? Der neue Arbeitnehmer weiß, was er tun soll, hat die Chance, alles richtig zu machen und bekommt vielleicht ein Lob, weil er irgendetwas sogar besonders gut gemacht hat. Und wenn nicht, dann hat er zumindest vermutlich alles richtig gemacht.
Und das genau macht der Reiter mit dem Zügel. Er kann sagen: "Hier ist ein Reitplatz. Das kennst Du noch nicht. Geh einfach erst einmal außen herum. Jetzt gehst Du einmal eine Linkskurve und jetzt halten wir an". Das kann das Pferd verstehen und es hat die Chance alles richtig zu machen. Der Reiter kann es loben und es wird ein zufriedener Mitarbeiter. Wenn wir dem Jungpferd nicht sagen, was es tun soll, wie soll es das wissen?
Soll es Gedanken lesen?
Woher soll es wissen, dass es aussen herum gehen soll - auf der Weide würde es niemals immer nur am Zaun entlang laufen!

Das Jungpferd wird glücklich sein, wenn wir ihm sagen, was es tun soll und es dadurch die Chance bekommt, alles richtig zu machen und gelobt zu werden!


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